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Slow Food entstand als Reaktion auf Fast Food, die Verehrung der Geschwindigkeit und die Standardisierung des Geschmacks. Die Eröffnung eines McDonald's auf der berühmten Piazza di Spagna in Rom im Jahr 1989 gab den Startschuss für die Bewegung, die heute rund 80'000 Mitglieder in etwa fünfzig Ländern und auf fünf Kontinenten zählt. Es entstanden auch nationale Vereinigungen, insbesondere in den Vereinigten Staaten und in der Schweiz. Als Speerspitze einer neuen Geschmacksphilosophie hat sich Slow Food schnell als Verfechter gastronomischer Traditionen und Förderer einer Landwirtschaft etabliert, die die Erde und ihre Rhythmen respektiert.
In seinem Manifest erklärt Slow Food insbesondere: „Gegen diejenigen, und das sind viele, die Effizienz mit Hektik verwechseln, schlagen wir diesen Impfstoff vor: die Freuden der Sinne sicher, langsam, voll und ohne Übermaß zu genießen.Um gegen die Verrohung durch Fast Food anzukämpfen, beginnen wir am Tisch mit Slow Food und entdecken den Reichtum und die Aromen der traditionellen Küche wieder. Auf das Problem des Fast Life, das im Namen der Produktivität unseren Lebensstil tiefgreifend verändert hat und die Umwelt und die Landschaft bedroht, bietet Slow Food eine avantgardistische Lösung.»
1990 gründete Slow Food einen Verlag, der heute mehr als 70 Titel umfasst. Regionalkochbücher, Reiseführer, Handbücher zur Geschmackserziehung – alle Werke würdigen die Ess- und Weintraditionen Italiens und anderer Länder. Seit 1996 gibt Slow Food auch ein Magazin in fünf Sprachen heraus, das sich mit Gastronomie, Weinen, Biodiversität und nachhaltiger Entwicklung befasst.
1999 startete Slow Food die Initiative „Arche des Geschmacks”, die darauf abzielt, vom Aussterben bedrohte Produkte und Lebensmittel zu retten, indem sie den Erzeugern eine Struktur zur Unterstützung und Förderung bietet. Bis heute hat die Bewegung mehrere hundert Produkte vor dem Vergessen bewahrt.