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Definition: Kraft

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Nur wenige Weinberge befinden sich in perfekter Balance mit ihrer Umgebung und ihrem Spaliersystem. Ein wichtiger Teil des Laubmanagements besteht darin, das Gleichgewicht des Weinbergs zu bestimmen und zu entscheiden, ob eine Entlaubung oder eine Verjüngung erforderlich ist.

Wasserstress ist weltweit zweifellos die Hauptursache für geringere Wuchskraft. Viele neu angelegte Weinberge sind zu wuchskräftig. Das Spaliersystem ist oft nicht geeignet, um diese Wuchskraft zu integrieren. Das Ergebnis ist ein zu großer Schattenanteil im Laubdach, wodurch Ertrag und Qualität weit hinter ihrem Potenzial zurückbleiben.

Ein Weinberg mit einem restriktiven Spaliersystem kann sehr schnell in einen vegetativen Wachstumszyklus (vegetative growth cycle) übergehen, der die Produktion von Trieben auf Kosten der Früchte begünstigt. Man gerät sehr schnell in einen Teufelskreis, da der Ertrag sinkt und als Reaktion auf diesen Ertragsrückgang das vegetative Wachstum gefördert wird, der Schatten zunimmt usw.

Es gibt zwei Methoden, um den vegetativen Wachstumszyklus zu durchbrechen:

a) Am wirksamsten ist oft eine Änderung des Spaliersystems, um den schattigen Teil des Blätterdachs zu verringern.

b) Begrünung zwischen den Reihen und Erhöhung der Pflanzdichte. In den 1990er Jahren wurde in Südafrika eine Technik zur Kontrolle der Wuchskraft einer Rebe eingeführt. Dabei handelte es sich um das Root Pruning (Wurzelschnitt, Cernage), das das Wachstum neuer Wurzeln fördert und gleichzeitig den Ertrag und die Wuchskraft reduziert. Es muss hinzugefügt werden, dass die Reaktionen auf diese Technik je nach Unterlage unterschiedlich ausfallen.