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Definition: Servagnin

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Wie der Plan Robert ist auch der Servagnin eine Auswahl von ausgezeichneter Qualität aus dem Pinot Noir, obwohl Ampelographen sich weigern, ihn als echte Rebsorte anzuerkennen. Einige Winzer entschieden sich jedoch dafür, eine lokale Tradition zu fördern, sodass die Bezeichnung Servagnin de Morges nun offiziell anerkannt ist und nur von Winzern aus der Region hergestellt werden darf, die sich strengen Vorschriften unterwerfen. Um den Ursprung des Servagnin zu entdecken, muss man bis zu Marie de Bourgogne, der Tochter des Herzogs von Burgund Philipp II. dem Kühnen, zurückgehen. Um der Pestepidemie zu entkommen, ließ sich Marie de Bourgogne 1419 in Saint-Prex nieder. Aus Dankbarkeit für die ihr entgegengebrachte Gastfreundschaft schenkte sie den Winzern von Saint-Prex einige Rebstöcke ihrer ausgezeichneten Rebsorte Servage, die der Herzog von Burgund dem verhassten „Gamez” vorzog. Von da an nannte man ihn «Salvagnin de Saint-Prex». Diese alte Pinot-Noir-Selektion gedieh gut in La Côte und brachte komplexe Rotweine hervor. Da sie jedoch anfällig für Krankheiten war, ersetzten die Winzer sie nach und nach durch Gamay. 1949 wurde der letzte Salvagnin-Weinberg von Saint-Prex auf einem in eine Kiesgrube umgewandelten Grundstück geopfert. Der junge Werner Kaiser, der mit dem Roden dieses Weinbergs beauftragt war, behielt einige Rebstöcke, die er in seinem Garten pflanzte. Da er kein besonderes Interesse am Weinbau hatte, schenkte er 1978 den letzten verbliebenen Rebstock einem Spezialisten der Landwirtschaftsschule von Marcelin, der auf der Suche nach dem alten Salvagnin war. So wurde diese Spezialität in letzter Minute gerettet und heißt nun Servagnin, um sie vom heutigen Salvagnin, einer Mischung aus Gamay und Pinot Noir, zu unterscheiden.