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Definition: brisolée

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Lange Zeit wurde die Kastanie als „Kartoffel der Armen” bezeichnet. Sie ernährte einen Großteil der europäischen Bevölkerung, galt jedoch als gastronomisch uninteressant. Heute hat diese Frucht ihr eigenes Fest, zu dem jedes Jahr Zehntausende Menschen nach Fully im Unterwallis kommen. Das Dorf verfügt über einen wunderschönen, 12 Hektar großen Kastanienhain, der für die Öffentlichkeit zugänglich ist und der größte im Alpenraum ist. Man kann dort spazieren gehen und die jahrhundertealten Bäume bewundern, aber vor allem auch die Kastanien, die den Boden bedecken, frei sammeln, um daraus den Kastanienbraten zuzubereiten, der auch Brisolée genannt wird. Dieses rustikale Gericht, das mittlerweile sehr in Mode gekommen ist, wird in der Regel in einem Brisoloir geröstet, einer Pfanne mit Löchern, oder, für die Anspruchsvolleren, in einer Waschmaschinentrommel, die über dem Feuer gedreht wird.
Die Zubereitung könnte nicht einfacher sein. Die Kastanien mit einem Messer aufschneiden und etwa 20 Minuten über einem Holzfeuer oder, für Stadtbewohner, im Backofen rösten. Warm mit Butter, Käse, Trockenfleisch, Trauben, Birnen oder Apfelkuchen servieren. Traditionell trinkt man dazu Most, aber nichts hindert Sie daran, aus den Weinspezialitäten des Wallis zu wählen.

Wichtiger Hinweis: Oft wird die Kastanie als Marone bezeichnet. Verwechseln Sie sie jedoch nicht mit der echten Marone. Der Maronenbaum wächst zwar problemlos in der Stadt, aber seine Früchte sind nicht essbar, während die schmackhafte Kastanie nur im Wald oder in Grünanlagen gedeiht.