Zurück Ein harmonischer Wein aus Süditalien – Der Aglianico, der Barolo des Südens. In der bergigen Region nördlich der Basilikata wird der Aglianico del Vulture angebaut. Er ist die Grundlage für einen kräftigen Rotwein. Aglianico ist eine der wertvollsten Rebsorten Süditaliens.
Diese Rebsorte griechischen Ursprungs gelangte nach Apulien, wo sie noch heute an einigen Orten angebaut wird. Von dort aus verbreitete sie sich in die Region Basilikata zwischen Neapel und Tarent. Die Basilikata ist wirtschaftlich schwach entwickelt, besteht zu 90 % aus Bergen und Hügeln und lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft. Im Norden bot die bergige Region dem Aglianico ein ideales Mikroklima. Wir befinden uns in Venosa. Die Umgebung ist idyllisch. Es handelt sich um ein Plateau zwischen 400 und 650 m Höhe. Die Weinberge erstrecken sich so weit das Auge reicht und wechseln sich mit Weizen- und Getreidefeldern ab.
Die Cantina Sociale, die Genossenschaft der Winzer der Region, wurde 1957 gegründet. „Sie macht heute 65 % der Produktion des Aglianico del Vulture AOC aus”, sagt ihr Direktor Antonio Teora. Diese Rebsorte ist schon so lange vorhanden, dass sie als autochthon gilt. Der als „Barolo del Vulture” bezeichnete Wein wird in der zweiten Oktoberhälfte geerntet. Die derzeitige Anbaumethode, der niedrige Guyot-Schnitt, reduziert den Säuregehalt der Trauben, da sie tagsüber Wärme speichern und diese abends wieder abgeben. Die wenig gefüllte Traube bringt kräftige Rotweine hervor.”
Auf unserem Foto Antonio Teora (links), Direktor der Kellerei von Venosa, und Franco Calviello, Produktionsleiter.
Antonio Teora erklärt, dass der Aglianico aus dieser Region, der Ursprung aller Aglianici aus dem Süden, eine intensivere Farbe aufweist. Allerdings sind die Weine etwas weniger säurehaltig und die Tannine weniger ausgeprägt, was sie harmonischer macht. Aber in der benachbarten Region Kampanien findet man die einzige DOCG (kontrollierte und garantierte Ursprungsbezeichnung) des Aglianico del Vulture: den Taurasi. Auf sandigen Böden haben die über hundertjährigen Rebstöcke die Reblaus überlebt und sind zu regelrechten Bäumen herangewachsen, die bis zu drei Meter hoch werden und bis zu zehn Meter lange Reben haben.
Quelle: Zusammenarbeit Nr. 35 vom 25. August 2009 – Seite 21.
Quelle:
Les vins de Saint-Émilion